Donnerstag, 23. April 2015

Schwangerschaft 3.0 mit Schilddrüse und zu süß


Seit Dezember 2014 wissen wir dass der Klapperstorch (gewollt) noch mal zugeschlagen hat und wir im August 2015 nun doch noch einen kleinen Löwen oder eine kleine Löwin auf dieser Erde begrüßen dürfen. Wenn es nach Zoe geht wird es eine kleine Schwester. Sollte es, entgegen ihrer "Bestellung", doch ein Brüderchen sein nimmt sie es auch und dann kann ja das Nächste ein Mädchen werden.
Äh neee, Zoe... Wir haben schon bei deiner Geburt gesagt dass wir uns noch ein drittes Kind vorstellen können, dann reicht es aber auch :-)


Die Angebote der Schwangerenvorsorge sind, auch über die Kassenleistungen hinaus, recht umfangreich und nehmen tendenziell zu. Wir haben uns entschieden über das Standard-Programm hinaus keine weiteren der gegen Bezahlung möglichen Untersuchungen machen zu lassen, denn wenn Bea's Besonderheiten nachgewiesenermaßen genetisch bedingt wären hätten wir es gar nicht erst darauf ankommen lassen noch mal schwanger zu werden. 

In den ersten beiden Schwangerschaften ging es mir eigentlich immer blendend, wenn man mal von den verhassten geschwollenen Füßen/Beinen absieht. So was wie Morgen-Übelkeit & Co. habe ich in der zweiten Schwangerschaft einen einzigen Tag gehabt, sonst war alles ok. Doch dieses Mal ist alles irgendwie anders. Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören durchaus zu einer Schwangerschaft dazu, doch im Februar war es doch recht extrem. Der vermutete Eisenmangel war es dieses Mal nicht, also riet man mir dazu, die Schilddrüse sicherheitshalber überprüfen zu lassen. Ergebnis: TSH Wert normal.

Aber Mooooment... War da nicht was von wegen schwanger!? Auch als MFA mit 14 Jahren Berufserfahrung lernt man nie aus, denn wie ich erfahren musste, gelten für Schwangere mittlerweile niedrigere Normwerte für das TSH und dem zufolge habe ich eine schwangerschaftsbedingte Schilddrüsen-Unterfunktion. Seitdem ist meine erste morgendliche Tätigkeit, gleich nach dem Erschlagen des Weckers, die Einnahme von Schilddrüsenhormonen. Keine Ahnung ob es nur daran lag, aber nach einigen Tagen fühlte ich mich nicht mehr ganz so erschlagen.

Letzte Woche stand dann bei Gyn der Zuckertest an. Obwohl meine Eltern beide mit Diabetes zu tun haben/hatten, war in den ersten beiden Schwangerschaften alles ok. Erwähnte ich schon dass dieses Mal alles anders ist? Nach einem leichten Frühstück mit nicht all zu vielen Kohlehydraten hieß es um 8:30 antreten in der Praxis. Für den Test bekommt man 50g Traubenzucker -in Wasser aufgelöst- zu trinken, danach heißt es eine Stunde warten und dann den Blutzucker messen. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Patienten entschuldigen denen ich das süße Zeug jemals eingeflößt habe. Ich mag süß ziemlich gerne, aber das war selbst mir zu viel! Und was soll ich sagen: Der Test war auffällig, soll heißen zu hoch. Somit blieb es mir nicht erspart 2 Tage später den genaueren Belastungstest -nüchtern, mit 75g Traubenzucker und drei mal pieksen- über mich ergehen zu lassen.

Der nüchtern-Wert war ok. Als der zweite Wert auch ok war, ging ich schon davon aus am Tag vor dem ersten Test einfach zu tief in die Schokoladen-Packung geschaut zu haben. Doch dann kam die MFA nach dem dritten Test aus dem Labor und schüttelte mit zerknirschtem Blick den Kopf. "Der ist nicht so schön. Zu hoch!"Also doch zu Diabetologen...

Gestern früh war es dann soweit. Kaum drin in der Praxis habe ich schon die Nadel im Arm um meinen nüchtern-BZ-Wert und den, als Langzeitwert bekannten, HbA1c zu bestimmen. In nostalgischer Erinnerung schwelgend schaute ich zu wie die MFA die Ergebnisse notiert: nüchtern BZ 93 mg/dl, HbA1c 5,8. Beides durchaus akzeptable Werte im Bereich der Norm. Dachte ich, bis ich ins Nebenzimmer gebeten wurde. Diagnose: Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes, denn mittlerweile gelten für Schwangere auch hier niedrige Normwerte.

Was tut man nicht alles um seinem Bauchzwerg den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Ausgestattet mit BZ-Messgerät, Ernährungsprotokoll, Info-Broschüren, einigen Tips und einer süßen Plüschkugelkatze, verließ ich eine Stunde später die Praxis wieder. Das morgendliche Einwerfen der Schilddrüsenhormone ist nun an zweite Stelle gerutscht, davor darf ich noch meinen nüchtern-BZ messen. Alles was ich den Tag über esse und trinke muss möglichst genau und mit Uhrzeit versehen im Ernährungsprotokoll dokumentiert werden. Das BZ-Messgerät kommt dann noch jeweils direkt vor und eine Stunde nach Beginn der drei Hauptmahlzeiten zum Einsatz. Kaum zu glauben, aber allein die bloße Tatsache alles aufschreiben zu müssen, was man zu sich nimmt, sorgt schon dafür dass man über Naschereien zweimal nachdenkt, bevor man zugreift. Montag ist der nächste Termin bei dem dann, anhand der Ernährugsprotokolle und der Messergebnisse, entschieden wird ob eine angepasste Ernährung ausreicht oder ob evtl. sogar Insulin zum Einsatz kommt. 

Letzteres klingt jetzt erst einmal dramatisch, ist es aber nicht wirklich. Insulin ist eine Substanz die der Körper, genauer gesagt die Bauchspeicheldrüse, selber bildet. Es ist so zu sagen der Schlüssel zu den Zellen in die der Zucker rein und für die er als Energiequelle dienen soll. Laut Broschüre kann, bedingt durch die Schwangerschaftshormone, die Insulinproduktion schon mal ein wenig durcheinander gebracht werden, so dass nicht ausreichend Insulin vorhanden ist und/oder es nicht voll wirken kann. Da ist es also nahe liegend einer Schwangeren im Bedarfsfall eher das dem Körper bekannte Insulin zu geben, anstatt auf die sonst üblichen Tabletten zurück zu greifen.

Wie auch immer das Ergebnis ausfallen mag, ich werde euch auf dem Laufenden halten.


Kommentare:

  1. Drei Hauptmahlzeiten. DREI, nicht ZWEI. Vielleicht hilft es schon, wenn Du vor halb zwölf frühstückst ;)

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  2. Jö, da haste ja richtig zu tun! Drücke dir die Daumen, dass alles nicht so dramatisch wird.

    LG
    Elke

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