Sonntag, 31. Mai 2015

BlogBattle #18 - Gold

Es ist Sonntag früh, 9:32 Uhr, ich habe nicht wirklich Ahnung was ich dazu schreiben soll und mein Frühstück wartet auch noch darauf vertilgt zu werden. Ich habe mir in den letzten Tagen keine Gedanken zu dem heutigen Thema gemacht. Oder machen können, denn ich war viel zu abgelenkt.


Zuerst war es der zu erwartende Nestbau-trieb der mich fest in seine Fängen hatte, schließlich sind es nur noch knapp 10 Wochen bis unser Zwerg das Licht der Welt erblicken soll und theoretisch muss man immer damit rechnen dass es auch eher los geht.

Ab Donnerstag war dann Pal an der Ablenkung schuld, oder genauer gesagt ein von ihm geordertes Buch. Seine Lieblings-Autorin, Katherine Neville, hat 2008 The Eight geschrieben, welches 2010 unter dem Titel Das Montglane-Spiel auch in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Eine wirklich spannende Geschichte um ein Schachspiel welches Karl I., später auch bekannt als Karl der Große, im Jahr 782 n. Chr. von Ibn al-Arabi, dem damaligen maurischen Statthalter von Barcelona, überreicht bekam. Doch es handelt sich nicht nur um irgend ein Schachspiel, sondern um eines aus Gold und Silber und mit Edelsteinen besetztes Spiel welches das Geheimnis dunkler, geheimnisvoller Kräfte birgt. Der Roman ist eine spannende Mischung aus Legenden, Wirklichkeit, Fakten und Fantasie rund um dieses Sagenumwobene Spiel, dessen Macht über die Jahrhunderte viele in ihre Finger bekommen wollen, und dessen Beschützer.

Bei dem von Pal georderten Buch handelt es sich allerdings nicht um das Montglane-Spiel, sondern um dessen Nachfolger/Fortsetzung Die Botschaft des Feuers. Ein mehr als 600 Seiten umfassendes Buch welches mich seit Donnerstag Nachmittag in seinen Bann gezogen hat. Neben einer Weiterführung der ursprünglichen Story erfährt man auch ein wenig mehr über die Entstehung des Spiels, welches 765 n. Chr. vom Kalifen al-Mansur in Bagdad in Auftrag gegeben wurde. Der bekannte Sufi-Mathematiker und Gelehrte al-Dschabir ibn Hayyan, in der Geschichte auch als der Vater der islamistischen Alchemie benannt, erhielt den Auftrag ein Schachspiel aus einzigartigen Metallen und Legierungen, welche nur mit Hilfe der Alchemie hergestellt werden konnten, zu erschaffen und es mit Symbolen und mit Edelsteinen zu versehen. Die Möglichkeit für al-Dschabir sein Wissen für die Nachwelt festzuhalten.

Viele, mich eingeschlossen, denken bei Alchemie wohl in erster Linie an die nicht selten betrügerischen Versuche aus unedlen Metallen Gold zu machen. Womit wir spätestens jetzt endlich beim eigentlichen Thema sind :-)
Doch die Alchemie ist/war mehr als das. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert war die Alchemie der Vorläufer der modernen Chemie, Metallurgie und Pharmakologie. Neben zahlreichen Versuchen der Umwandlung (Transmutation) von Stoffen befasste die Alchemie sich auch mit der Suche nach (All-) Heilmitteln,der Reinigung von Stoffen und den Techniken der Destillation, Extraktion und Sublimation. Die Übergänge von Alchemie zu den modernen Naturwissenschaften war meist fließend.

Die Versuche Edelmetalle wie Gold künstlich herzustellen sind durchaus verständlich, denn seine Gier auslösende Beliebtheit löste in der Vergangenheit nicht selten Kriege aus. Doch es lässt sich nun mal nicht künstlich herstellen oder an jeder Ecke finden. Deshalb wird Gold wohl auch immer eine sichere Wertanlage bleiben und sein Wert eher noch steigen.

Ihr seht, zu diesem Thema ist mir wirklich nicht viel eingefallen und eine wissenschaftliche Zusammenfassung diverser Wiki-Seiten zu den Themen Gold und Alchemie erschien mir auch etwas einfallslos. Ansatzweise interessant ist evtl. noch der Fakt dass Gold in der Lebensmittelindustrie unter dem Kürzel E175 geführt wird.

Und was fangt ihr mit diesem Fakt jetzt an, meine lieben Mitstreiter?

P.S.: Den eher schlechten Amazon-Rezensionen zu Die Botschaft des Feuers kann ich mich nicht anschließen. Ja, es ist zwischendurch immer mal wieder ein wenig verwirrend, dennoch finde ich es spannend und durchaus lesenswert und es kommt nicht oft vor dass mich ein Buch derart fesselt dass ich 624 Seiten in 2 1/2 Tagen lese.




Kommentare:

  1. Sehr solide aber mir fehlt der Goldenefunke, daher eine 3+.

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  2. Man kann Gold schon künstlich herstellen, nur braucht es da etwas Teilchenphysik und einen Kernreaktor ;) (Leider wird das ganze dann teurer, als das Gold, was man gewinnt, da der Ausgangsstoff auch nicht gerade billig ist)

    Eine 2-

    Gruß vons Wetterschaf

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    1. OK, meine Recherchen waren aus Zeitmangel dieses mal nicht sonderlich umfangreich :-)

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  3. Ich gebe dir ne zwei :) Gummibärchen geht ja immer vor oder?

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  4. Fachlich und präzise. So mag ich´s.:) Ich gebe dir eine 2.:)

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  5. Hmpf, jetzt hast Du mich gespoilert, Punktabzug. Einen weiteren gibt es, weil Du mir das Buch geklaut hast bevor ich es lesen konnte. Noch einen, weil es erst nach dem langen Wochenende kam und ich so während selbigem nichts zu lesen und danach (fast) keine Zeit hatte.
    Bei Deinen Recherchen hast Du übersehen, dass sich Gold tatsächlich recht problemlos künstlich herstellen lässt: http://de.wikipedia.org/wiki/Transmutation#Herstellung_von_Gold_und_anderen_Edelmetallen Allerdings ist der Prozess teurer, als es einfach im Goldshop zu kaufen. Trotzdem Punktabzug.
    Bei den ganzen Abzügen habe ich jetzt vergessen zu zählen. Machen wir einfach eine zwei plus draus, ok?

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    1. Den Punktabzug bezüglich der langen Postlaufzeit erkenne ich nicht an und so wirklich gespoilert ist das auch nicht :-)

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